Erster Servicepunkt für Nachbarschaftshilfe eröffnet
Mit der Eröffnung des ersten Servicepunktes Nachbarschaftshilfe erhält Magdeburg eine zentrale Anlaufstelle, die Menschen, die Unterstützung benötigen und ehrenamtliche Nachbarschaftshelfer:innen gezielt zusammenbringt.

Zur Eröffnung wurde auch gleich das passende Schild übergeben. Mit dabei: Sozialbeigeordneter Dr. Ingo Gottschalk, Yvonne Jahr vom PiA e.V., Kathrin Roussiére, Leiterin des Servicepunktes im ASB-Treffpunkt „Müntze“ und Wobau-Geschäftsführer Peter Lackner (v.l.)
Ziel des Servicepunktes ist es, niedrigschwellige Unterstützung im Alltag zu ermöglichen – dort, wo klassische Pflegedienste zeitlich oder strukturell an ihre Grenzen stoßen. Rund 560 registrierte Nachbarschaftshelfer gibt es bereits in Magdeburg und es sollen mehr werden. Der Servicepunkt dient ihnen als regionale Beratungs- und Koordinationsstelle und ist zugleich Anlaufpunkt für alle, die sich für eine Tätigkeit als Nachbarschaftshelfer:in interessieren oder Unterstützung suchen.
Nachbarschaftshelfer:innen unterstützen ältere, hilfe- oder pflegebedürftige Menschen bei Tätigkeiten, wie gemeinsamen Spaziergängen, Einkäufen, Begleitungen zu Arzt- oder Behördenterminen, Hilfe im Haushalt oder einfach durch Zeit und Gesellschaft. Besonders wichtig ist dabei die Flexibilität: Spontane Wege, längere Gespräche oder gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Theater- oder Schwimmbadbesuche sind Angebote, die amulante Pflegedienste oft nicht leisten können.
Das Angebot richtet sich ausschließlich an pflegebedürftige Menschen. Die Unterstützung kann über den Entlastungsbetrag der Pflegekasse in Höhe von bis zu 131 Euro monatlich finanziert werden, der als Aufwandspauschale an die Nachbarschaftshelfer ausgezahlt wird. Diese dürfen maximal zwei pflegebedürftige Personen betreuen und bis zu 30 Stunden im Monat tätig sein.
„Es ist toll, wenn sich Menschen in der Nachbarschaft gegenseitig ergänzen. Warum soll das nicht belohnt werden, wenn jemand einkauft, die Zeitung vorliest oder gemeinsam spazieren geht?“, sagt Kathrin Roussière, Ansprechpartnerin des Servicepunktes. Die Nachbarschaftshilfe ergänzt die bisherigen Angebote im ASB-Treffpunkt "Müntze" hervorragend. Zudem ist die "Müntze" idealer Schulungsort und Begegnungsstätte.
"Der neue Servicepunkt Nachbarschaftshilfe stärkt den generationsübergreifenden Ansatz in Magdeburg und zeigt, dass wir gemeinsam zukunftsorientiert denken.“
Dr. Ingo Gottschalk
Der Servicepunkt informiert und begleitet Interessierte auf dem Weg zum/ zur Nachbarschaftshelfer:in: Nach einer persönlichen Beratung wird ein Antrag auf Registrierung gestellt. Die erforderliche Qualifizierung ist kostenfrei und umfasst acht Unterrichtseinheiten à 45 Minuten, meist als Tages- oder Halbtagschulung. Inhalte sind unter anderem der Umgang mit pflegebedürftigen Menschen, gesetzliche Rahmenbedingungen, Kommunikation, Krankheitsbilder wie Demenz sowie ein Erste-Hilfe-Crashkurs.
Auch hilfesuchende Menschen oder deren Angehörige können sich direkt an den Servicepunkt wenden, um sich beraten zu lassen. Dort werden auch passende Nachbarschaftshelfer:innen vermittelt. Damit leistet der Servicepunkt nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Entlastung ambulanter Pflegedienste, sondern schließt auch Versorgungslücken – insbesondere bei Menschen mit Pflegegrad 1, für die andere Angebote häufig nicht ausreichen.
Magdeburgs Sozialbeigeordneter Dr. Ingo Gottschalk freut sich, dass die Landeshauptstelle einen solchen Anlaufpunkt bekommt. „Bürgerschaftliches Engagement ist ein tragender Bestandteil des sozialen Zusammenhalts in unserer Stadt. Der neue Servicepunkt Nachbarschaftshilfe – ermöglicht durch die Förderung des Landes Sachsen-Anhalt – stärkt den generationsübergreifenden Ansatz in Magdeburg und zeigt, dass wir gemeinsam zukunftsorientiert denken.“
Die Magdeburger Wohnungsbaugesellschaft als größter kommunaler Vermieter unterstützt das Vorhaben nicht nur, sondern möchte es auch für seine Mieterinnen und Mieter nutzen. „Wir wissen, dass viele ältere Menschen zunehmend vereinsamen und Unterstützung im Alltag schwer organisierbar ist, weil zum Beispiel familiäre Netzwerke wegbrechen“, erklärt Wobau-Geschäftsführer Peter Lackner. „Dem möchten wir entgegenwirken und Nachbarschaftshilfe wieder beleben. Es ist wichtig, dass Menschen aufeinander achten und in Alltagsdingen füreinander da sind“, so Lackner weiter.
