Gerald Tuchen erzählt, warum es Freude macht, sich zu engagieren

„Andere gehen angeln, ich helfe Menschen“

Im September 2022 kann er sein 20-Jähriges feiern – Gerald Tuchen ist seit 2002 beim Arbeiter-Samariter Bund Regionalverband Magdeburg e. V. (ASB Magdeburg) engagiert. Er gehört zu den über 90 freiwilligen Samariter:innen, die in ihrer Freizeit Gutes tun und damit anderen helfen.

Und wie so oft, war es der Zufall, der den Magdeburger zum Ehrenamt brachte. „Ich habe als Ein-Euro-Jobber einen Ersthelfer-Lehrgang gemacht und nachgefragt, ob noch mehr geht“, erinnert sich der heute 59-Jährige. So wurde der gelernte Metallaufbereiter Sanitätsdienstler und ist seitdem im Katastrophenschutz engagiert.
Gerald Tuchen ist immer mit dabei, wenn es in den Einsatz geht: Als Gruppenführer oder Feldkoch im Sanitätsdienst- und Betreuungsdienst des ASB Magdeburg. Derzeit unterstützt er in den Impfpunkten, zieht die Spritzen auf oder hilft bei der Organisation. Bei vielen Veranstaltungen, die es sanitätsdienstlich abzusichern galt, war er mit dabei. So erinnert er sich gern an die 1200-Jahr-Feier Magdeburgs, an große Konzerte, Fußballspiele beim RB Leipzig  oder Handball-Turniere. Beim Hochwasser 2013 stand er in der Feldküche und versorgte die Einsatzkräfte in Rothensee mit warmem Essen. Beim Brand eines Pflegeheims in Olvenstedt galt es, die Bewohner:innen zu versorgen und zu verlegen. Für Gerald Tuchen ist es selbstverständlich, mit anzupacken. Besonders spannend sind die Katastrophenschutzübungen der Landeshauptstadt, an denen er gern teilnimmt. Diese sind die beste Vorbereitung auf den Ernstfall.
Seine Beweggründe? „Es macht einfach Spaß, Menschen zu helfen. Andere gehen angeln, mein Hobby ist das Ehrenamt. Ich habe meine Berufung damit gefunden“, sagt er.
Einmal sprach ihn ein Jugendlicher an und fragte, warum er denn seine Freizeit nicht anders verbringe, als Sanitätsdienst „zu schieben“. „Wenn ich nicht wäre, könntest Du hier nicht Handball spielen. Denn wer versorgt Dich, wenn Du Dich verletzt?“, fragte Gerald Tuchen zurück. Sein Wunsch ist in der Tat, dass es mehr junge Menschen gäbe, die sich engagieren. Sei es in einer Hilfsorganisation oder bei der Feuerwehr oder im Bürgerverein.
95 Ehrenamtliche sind derzeit beim ASB Magdeburg in verschiedenen Bereichen engagiert, in Sachsen-Anhalt sind es 636. Nicht nur im Sanitätsdienst und Katastrophenschutz, sondern auch bei den Rettungs- und Besuchshunden, bei der Wasserrettung oder dem Wünschewagen Sachsen-Anhalt. Die große Gemeinschaft ist es auch, die die Freude am Helfen ausmacht.
Und so ist es richtig und wichtig, dass mit dem Internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember das außerordentliche bürgerschaftliche Engagement besonders gewürdigt wird. Egal, ob in der Krise, bei einer Großschadenslage oder im Alltag – die Ehrenamtlichen sind es, die die soziale Gemeinschaft stärken. Und etwas für andere zu tun, macht glücklich.
Wer also noch ein dankbares „Hobby“ sucht, wird hier fündig: www.asb-magdeburg.de/ehrenamt.